NEXT HR – Die Sattelberger-Sauer-Kontroverse zu HR am Scheideweg: Nur Administration oder Transformation wagen!

Im Leben hat man in der Regel nur ganz wenige Momente des eigenen Erlebens, die historisch bzw. über den Moment hinaus relevant oder ikonisch sind, weil sie im besten Fall den Clash von Paradigmen dokumentieren. Einer dieser Erlebnisse war das Zusammentreffen zweier HR-Größen bei der 40-Jahr-Feier der Personalwirtschaft, s. hier. Noch heute danke ich dem Team der Personalwirtschaft für die Einladung und die Chance, Zeitzeuge zu sein.

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Bild 1: Zusammentreffen der HR-Größen Sattelberger und Sauer (Quelle Grabmeier)

Joachim Sauer, ausscheidender Chef des Personalerverbandes (BPM), und Thomas Sattelberger, Ex-Telekom-Vorstand, stießen dort zusammen (mit Frau Heuer von der DGFP und dem kongenialen Dreamteam der Personalwirtschaft Stickling-Scholl) und dabei ging es um nicht weniger als die Zukunft des Personalmanagements und damit aber auch um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands, so zumindest sieht es der Autor dieses Beitrags. „Administration schlägt Strategie“ titelt das Magazin des Personalerverbands im Abschiedsinterview mit Sauer, das die Konsequenz seines Denkens bis zum Schluss seiner Tätigkeit für den Verband verdeutlicht.

Zeitgemäßer wäre Administration oder Transformation, wobei das Pendel nun in Richtung Transformation umschlägt bzw. umschlagen muss. Denn Deutschland kann sich ein Personalmanagement nicht leisten, dass sich beim notwendigen Wandel in Richtung digitale Ökonomie oder Industrie 4.0 außenvorsieht. Hier muss Personalmanagement oder neudeutsch Human Relations zum aktiven Mitgestalter werden. Aber zunächst eine historische Referenz.

Das historische Vorbild – Die Sethe-Grewe-Kontroverse

Vor vielen Jahrzehnten wurde im Rahmen der Stalin-Noten zwischen den klugen Köpfen Sethe und Grewe kontrovers diskutiert, ob eine Wiedervereinigung schon damals möglich gewesen wäre oder nicht. Stalin hatte Deutschland 1952 ein Angebot einer Wiedervereinigung gemacht, um wahrscheinlich den Prozess der Westintegration zu stoppen.

Die sogenannte Sethe-Grewe-Kontroverse wurde zu einem Ereignis der Zeitgeschichte, weil sich an ihr fundamentale, fast paradigmatische historische Fragen diskutieren ließen und lassen. Hieran konnten die damaligen, sich widersprechenden Denkmodelle über Stalin, die Russen, die Chance der Wiedervereinigung etc. expliziert und evaluiert werden.

 

Die Sattelberger-Sauer-Kontroverse

So wie Sethe und Grewe stehen auch Sattelberger und Sauer für zwei Denkschulen, die fast unvereinbar im Streit um die Zukunft sind:

  • Sattelberger repräsentiert dabei ein „strategisches Personalmanagement“ oder die Kür der HR-Aufgaben und betont vor allem die Zukunft(sfähigkeit). Digitale Transformation, Industrie 4.0, … sind Themen, die ihn treiben. Hier fordert er ein Mitwirken der Personaler statt das diese nur am Seitenrand stehen (bleiben). Im Sattelberger-Paradigma werden Personaler also auch zu Transformatoren ihres Bereichs und des Unternehmens.
  • Sauer repräsentiert hingegen ein „administratives Personalmanagement“ oder die Pflicht der HR-Aufgaben, die eher im Hier und Jetzt verankert ist. Im Abschiedsinterview sieht er einen strategischen Anspruch als unrealistisch an, wenn er formuliert: „Es ist eine Wunschtraum-Diskussion im HR-Bereich und wer glaubt, er bewege sich auf Augenhöhe mit dem CEO, ist ein Traumtänzer. Die meisten Unternehmenslenker wollen auch gar keinen Personaler als Strategen“

Welche Perspektive ist denn nun die Richtige? Die Antwort ist natürlich eindeutig zweideutig: Beide Perspektiven sind richtig bzw. potenziell auch unrichtig. Richtig sind beide, weil man Pflicht und Kür braucht. Unrichtig wären beide Perspektiven, falls sie ein „Entweder-Oder“ konstruieren würden. HR muss die Pflicht organisieren (u.U. durch Outsourcen, Automatisieren, …), um für die Kür frei zu sein. Trotzdem ist für die Zukunft des Personalmanagements bzw. die Zukunft Deutschlands eine Selbstbeschränkung kritischer („Administration schlägt Strategie“).

Konsequenzen für HR im Sauer-Paradigma

Denn was sind die Konsequenzen für ein Personalmanagement, das seine Stärke im Administrativen sieht? Es kommt zu im Worst Case zu einem negativen HR-Teufelskreis, wie ich ihn von Dr. Schmid von Kienbaum lernen durfte:

  1. HR hat wenig Bedeutung im Unternehmen
  2. HR kann keine Top-Kandidaten rekrutieren
  3. HR kann keine Top-Verantwortung im Unternehmen übernehmen
  4. Gehe weiter bei 1, ziehe keine Extra-Euros ein!

 

Konsequenzen für Deutschland im Sauer-Paradigma

Der Autor dieses Beitrags hat in einem sehr langatmigen vorherigen Beitrag aber auch auf die Konsequenzen hingewiesen, die ein nicht zeitgemäßes HR-Paradigma für Deutschland haben kann: Deutschland steht nicht erst seit Industrie 4.0 und Digitalisierung unter enormen Transformationsdruck. Die Basis für einen Wandel sind aber Menschen, die für diesen Wandel befähigt und beim Wandel unterstützt werden. Der Schmid-sche Teufelkreis lässt sich also auch auf Deutschland übertragen:

  1. HR unterstützt die Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter und Strukturen unzureichend
  2. Die innovations- und kollaborationsorientierte Ausrichtung von New Work und des Unternehmens gelingt nicht wie gewünscht
  3. Unzureichende Arbeitswelten, … sind ungeeignet für Transformation und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und -Strukturen
  4. Gehe weiter bei 1, ziehe keine Extra-Euros ein!

Die Kienbaum-Botschaft: HR als Transformations-Partner

Natürlich lassen sich beide Zyklen auch umgekehrt denken. Und das ist meine Hoffnung. Das Personalmanagement und Deutschland schaffen die Wende in Richtung Zukunftsfähigkeit. Dass Kienbaum nun auf HR als Transformtions-Partner setzt, lässt mich hoffnungsvoll sein! Noch hoffnungsvoller macht es mich, dass mit Stephan Grabmeier (ehemaliger Mitarbeiter von Thomas Sattelberger), Ralf Gräßler, Heiko Fischer, Hendrik Kellermeyer, … immer mehr unterwegs sind, die das Zukunfts-Paradigma leben und umsetzen.

Dank an Personalwirtschaft, Erwin Stickling und Jürgen SchollFür die historisch einmalige Chance dabei gewesen zu sein, danke ich Erwin Stickling und Jürgen Scholl.

Über teutonische Apparatschick-Treffen wie dem Altherren-Stelldichein namens IT-Gipfel #KölnerBarcampKontroverse

Netzstrategien für die Wirtschaft

Proteste

Der Ursprung für viele regionale Initiativen wie die Kölner Internetwoche oder das IHK-Format „Digital Cologne“ sei durch ein Barcamp im Jahre 2009 im Rathaus der Domstadt entstanden. Das brachte beim Käsekuchen-Diskurs Start-up-Unternehmer Marcus Jacobs zum Ausdruck. In diesen Veranstaltungen opfern viele Enthusiasten ihre Freizeit und entwickeln Netzideen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, die von den etablierten Kräften in der Vergangenheit belächelt wurden und jetzt adaptiert werden.

Dann sollte man vor diesen Leistungen mehr Respekt zeigen! In den USA sind es auch nerdige Idealisten, die digitale Ideen hervorbringen. Sie werden allerdings von der Krawattenfraktion nicht überfahren, sondern als Ikonen der Netzökonomie verehrt und gefeiert.

IT-Gipfel-Unverbindlichkeiten statt Austin-Geist

Schräge und wilde Veranstaltungsformate wie die SXSW in Austin haben schon viele neue Netzplattformen, Apps und Geschäftsmodelle aus der Taufe gehoben. Auch das ist ein großer kultureller Unterschied zu teutonischen Apparatschick-Treffen wie dem Altherren-Stelldichein namens IT-Gipfel. Die Spitzenfunktionäre von Bitkom und Co. ergötzen sich…

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„Ich spreche zu einem zukünftigen Publikum in die Zeit hinein“: Thomas Mann und die Botschaften für Abwesende #arbeiten40 @ruhrnalist

Der visionäre Medientheoretiker Thomas Mann

Der visionäre Medientheoretiker Thomas Mann

Als audiovisuellen “Urknall unserer Literatur” betitelte die FAZ einen einmaligen Fund unter der Signatur “Archivgut 20520″, das im Bundesarchiv ausgegraben wurde. Es ist der erste und einzige Tonfilm eines deutschen Dichters vor 1933. Und der Großdichter kann kein Anderer sein als Thomas Mann.

“Am 22. Januar 1929, einem Dienstag, kommt er zum ersten Mal in ein Tonfilmstudio, das seinerseits zu den allerersten in Deutschland zählt. Am Vorabend hatte er in der Preußischen Akademie der Künste bei der Feier zum zweihundertsten Geburtstag des Erzaufklärers Gotthold Ephraim Lessing die Festrede gehalten. Nun sitzt er im dunklen Anzug mit Weste, im weißen Hemd, mit einfarbiger Krawatte und einem blütenweißen Einstecktuch im Revers auf einem Stuhl, dessen hintere Holme über seiner Schulter wie zwei kleine Türme aufragen. Die Kamera läuft bereits. Mit einem unsichtbaren Gegenüber spricht der Studiogast noch einige nicht zu verstehende Worte, dann wird zum bewegten Bild der Ton geschaltet: Dreieinhalb Minuten lang zelebriert Thomas Mann von jetzt an ‘Worte zum Gedächtnis Lessings’”, schreibt die FAZ zu diesem in meinen Augen sensationellen Dokument der Filmgeschichte.

Es war noch die große Zeit des Stummfilms, die sich in Ende der zwanziger Jahre und im Laufe der dreißiger Jahre so langsam dem Ende zuneigte. Etwa die Werke von Buster Keaton: Der General (1926) und Steamboat Bill junior (1928). Oder von Charles Chaplin: Lichter der Großstadt (1931), Moderne Zeiten (1936).

Zeugnisse einer öffentlichen Wirkung von Thomas Manns feierlichen “Beitrittsakt zur multimedialen Moderne” gibt es übrigens nicht. Wahrscheinlich war das Ganze nur ein Experiment. Möglichkeiten der Verbreitung gab es noch nicht. Umso erstaunlicher ist die Weitsicht des Schriftstellers über die Wirkung audiovisueller Aufzeichnungen:

“Da ich hier sprechen soll, ist es begreiflich, dass ich mir Gedanken mache über die Eigentümlichkeit und den Reiz einer Situation, in die ich ganz überraschend gekommen bin – und zwar durch die gütige Vermittlung der Berliner Lessing-Hochschule, die ich denn doch dankend erwähnen möchte”, sagt Thomas Mann in der ersten Szene.

Und dann folgt eine Passage, die sich mit der Wirkung des Radios beschäftigt. Es war vielleicht einige Monate nach dem Kriege, als er für den Rundfunk einen Vortrag hielt:

“Das Gefühl, das ich damals hatte, wiederholt sich heute in verstärktem Maße. Ich erlebte es damals zum ersten Mal, dass das Publikum, zu dem ich sprach, nicht in sinnlicher und gesellschaftlicher Gegenwart sich vor mir befand, nicht durch die vier Wände eines Saales zusammengefasst, sondern dass es unsichtbar, unhörbar, weit über die ganze Welt hin zerstreut, meinen Worten zuhörte, die mir beim Sprechen von Zeit zu Zeit einfielen. Heute nun aber ist dieses Publikum, zu dem ich spreche, nicht nur räumlich von mir getrennt, sondern es ist in der Zeit von mir entrückt. Und ich spreche zu einem zukünftigen Publikum in die Zeit hinein. Das ist das Phantastische und Exzentrische, fast möchte ich sagen, das ich in dieser Situation empfinde.

Es geht um die Anwesenheit der Abwesenden oder um die Kommunikation für Abwesende, wie es Hannes Schleeh und ich im Buch „Livestreaming mit Hangout on Air“ beschrieben haben: Bis in die dreißiger Jahre wurde im Radio ausschließlich live gesendet. Aufzeichnungsmöglichkeiten bot damals allein die Schallplatte, die allerdings nur bei Großereignissen zum Einsatz kam – etwa bei Big Band-Konzerten oder Lesungen von berühmten Autoren.

Im Filmstudio gesellte sich zur räumlichen Radio-Erfahrung von Thomas Mann sofort die Erkenntnis von der Verewigung.

“Das ist die Schlüsselsentenz dieses ersten Tonfilm-Moments eines deutschen Dichters. Dass Thomas Mann diese Reflexion simultan mit einem Geschehen entwickelt, das er als Akteur gerade in Gang setzt, dessen Kamera- und Aufzeichnungsobjekt er aber gleichzeitig ist, spricht für seine stupende und spontane intellektuelle Präsenz”, so die FAZ.

Thomas Mann war sich der epochalen Bedeutung des neuen Mediums bewusst. In der zweiten Version seiner kurzen Rede, die in der DVD-Edition von Heinrich Breloer’s Doku-Drama “Die Manns. Ein Jahrhundertroman” veröffentlicht wurde, formuliert er die Schlüsselsentenz präziser und hellseherisch:

“Die heutige Lage nun überbietet in gewisser Hinsicht die damalige, da es sich heute nicht nur um ein im Raume fernes Publikum handelt, zu dem ich spreche, sondern sogar um eines in der Zeit von mir entferntes. Ein Publikum, das eines Tages, der noch nicht da ist, mich so sehen wird, wie ich jetzt sitze und spreche, und mich so hören wird, wie ich mich heute in die Zukunft hinein zu ihm äußere.”

Im Buchkapitel “Social TV und die Kultur der Beteiligung” unseres Livestreaming-Buches nennen wir das Flaschenpost an die Zukunft: Die perfekte Verschmelzung von synchroner und asynchroner Kommunikation. Oder wie es Hannes Schleeh in einigen Bloggercamp.tv-Sendungen formulierte:

“Ich begrüße alle Zuschauer im Hier und Jetzt und ganz besonders jene, die uns in der Zukunft sehen werden!”

Für uns ist diese Erkenntnis eine Selbstverständlichkeit. Aber wie großartig war die blitzschnelle Analytik von Thomas Mann vor 85 Jahren. Ich verneige mich vor diesem Giganten des Literaturbetriebs. Heute würden wir von der Anschlussfähigkeit der Kommunikation sprechen. Und die wird immer noch nicht so richtig gelebt. Beim Berliner Barcamp Arbeiten 4.0 der Bertelsmann-Stiftung gab es sehr viele spannende Session-Angebote, die sich für Botschaften an die Zukunft geeignet hätten. Aufzeichnungen oder Livestreaming-Aktivitäten gab es nicht oder fast nicht.

Beim Session-Angebot von Winfried Felser und mir war die Liveübertragung via Hangout on Air integraler Bestandteil der Diskussionsrunde, um die Interaktion mit dem Netz während der Session zu gewährleisten und unsere Debatte für ein zukünftiges Publikum zu bewahren.

Dabei ist übrigens die Zahl der Live-Zuschauer irrelevant, wo wir doch immer mehr über On-Demand-TV sprechen, was sogar das „Konzept Fernsehsender“ überflüssig macht.

Keynote und Abschlusspanel wurden von mir dann noch gestreamt mit den Diensten Bambuser und Meerkat.

Das sind die einzigen Konserven, die man vom Barcamp abrufen kann.

Beim Livestreaming-Workshop am Sonntag in Herne werden wir – also Kai Rüsberg und ich – ausführlich auf den vielfältigen Nutzen von Livestreaming-Diensten eingehen. Man hört, sieht und streamt sich spätestens am 7. Juni. Da kann man fünf Exemplare des Livestreaming-Buches gewinnen 🙂

Es gibt noch ein paar Karten.

Phil Zimmermann: „NSA kommt überall rein“ – Das schreit nach paradoxen Interventionen

Ich sag mal

Anti-NSA-KräfteIm Futurezone-Interview äußert sich Phil Zimmermann schockiert über die Aggressivität der NSA, wie dies von den Snowden-Dokumenten belegt werde. Gleichzeitig gab sich der Entwickler von PGP, Silent Circel und Blackphone Kryptographie keinen Illusionen hin:

„Wenn die NSA hinter Ihnen her ist, wird Sie auch das Blackphone nicht schützen. Sie finden immer einen Weg. Die NSA kommt überall rein.“

Zimmerman gab übrigens zu, dass er selber nicht mehr verschlüsselt kommuniziere, weil er nur noch iPhones und iPads nutze.

Da helfen dann wohl nur noch paradoxe Interventionen weiter.

Wenn es um strategischen Sachverstand, Intuition, Kombinatorik, politischen Spürsinn und Recherchefähigkeit ankommt, versagt das Schlapphut-Idiotensystem kläglich. Helfen da Verschlüsselungen als Gegenstrategie wirklich weiter? Oder gibt es andere Methoden, die Totalüberwacher in den Wahnsinn zu treiben?

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Über allen IT-Gipfeln Ist Ruh, In allen Wipfeln Spürest du Kaum einen Hauch

Über allen IT-Gipfeln Ist Ruh, In allen Wipfeln Spürest du Kaum einen Hauch; Die Vögelein schweigen im Walde. Warte nur, balde Ruhest du auch.

Über allen IT-Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

Realität in den Bundesverwaltungen: Wir wollen, wir werden, es gilt, es muss, wir möchten, es soll. Die Inflation der Unverbindlichkeiten im „Vertrag“ der Großen Koalition zur digitalen Agenda wird zielgerichtet mit „geeigneten Maßnahmen“ verfolgt wie ein Wackelpudding, den man an die Wand nagelt. Was Unionsparteien und SPD als Digitalpolitik ausweisen, knüpft nahtlos an die Bund-Online-Projekte der vergangenen Jahre an: Sie wurden zu Tode verwaltet. Fehlgeburten mit Lutschpastillen-Wirkung, die mangels zentraler Zuständigkeit und politischem Nachdruck in den verschiedensten Ressorts mit minimaler Sauerstoffzufuhr am Leben erhalten werden. Ab und zu erfährt der Netz-Patient eine Reanimation, bevor er seine letzten Bits und Bytes aushaucht.

Jeder Geschäftsbereich hat irgendetwas zur digitalen Agenda in das Koalitionspapier hineingekritzelt, um es mit fetten Budgets und Planstellen auszustatten – verfeinert mit Kompetenz-Zentren, in denen sich Verwaltungsjuristen austoben können. Da helfen auch keine IT-Gipfel weiter.

Deshalb verwundert es mich nicht, dass auch die Industrie 4.0 Initiativen der Bundesregierung im Sande verlaufen 😦

Tweed-Manager als Zeitgeist-Erscheinung in der Echzeitkommunikation

Echtzeit-Livekommunikation mit Kai Rüsberg

Echtzeit-Livekommunikation mit Kai Rüsberg

Ach wie schön waren die alten Zeiten, in denen Prozesse, Pläne, Budgets, Reklame, Kampagnen, Messen, Meetings und Marktprognosen den Arbeitsalltag von Führungskräften in Wirtschaft und Verwaltung prägten. Alles so schön überschaubar. Die Kommunikation mit Kunden funktionierte über so genannte Kanäle. Im Service sind also Kanalarbeiter tätig gewesen – nicht zu verwechseln mit dem namensgleichen Parteiflügel der SPD. Man hatte ein Ansinnen und schickte seine Botschaft über einen Kanal: Per Telefon, Brief, E-Mail oder über die persönliche Ansprache an Messeständen. Da liegt es doch auf der Hand, die Kommunikationsmöglichkeiten über soziale Netzwerke einfach in diese Prozesskette einzugliedern.

„Lassen Sie es mich ketzerisch formulieren: Social Media ist keine welterschütternde Revolution, sondern ein neuer Kanal – Punkt. Der Kunde hat ein Anliegen und ob er diese nun per SMS oder als ‘Kunde 2.0′ über Social Media kommuniziert, ist nicht so entscheidend“, verkündet ein Silberlocken-Salesmanager in einer Werbeanzeige.

Als Überschrift wählte der Dadaist der Serviceökonomie die kryptische Formel: Kunde 2.0 + Enterprise 2.0 = Kundenkontakt 4.0.

Alles eine Zeitgeist-Erscheinung

Man spürt die Verkrampfung dieser Heizdeckenverkäufer aus dem Industrieparadies des 20. Jahrhunderts, wenn sie sich mit Dingen beschäftigen müssen, die sie nicht kapieren. In Anlehnung an das Standardwerk von Marshall McLuhan formuliert es der Grafiker Quentin Fiore in seiner Schrift „Das Medium ist die Massage“ etwas deutlicher: Ein Überleben sei heute unmöglich, wenn man sich seiner Umwelt, dem sozialen Drama, mit einer starren, unveränderlichen Haltung nähert – eine geistlose, immer gleiche Reaktion auf das Verkannte.

„Leider begegnen wir dieser neuen Situation mit einem riesigen Ballast überholter intellektueller und psychologischer Reaktionsmuster. Sie lassen uns h-ä-n-g-e-n. Unsere eindrucksvollsten Wörter und Gedanken verraten uns. Sie verbinden uns mit der Vergangenheit, nicht mit der Gegenwart“, schreibt Fiore.

Der Salesmanager 4.0 hasst in Wahrheit die Welt der Blogs, Foren und Netzwerke. Alles eine Zeitgeisterscheinung. Er kann einen Tweet nicht von einem Tweed unterscheiden. Letzteres hängt ja als Sakko in seinem Kleiderschrank. Warum sollte es da noch etwas anderes geben. Neumodischer Kram. Das Netz richtet sich aber nicht mehr nach den Gesetzen der Tweed-Kanalarbeiter.

Es herrscht asymmetrisch – unkontrollierbare Schwärme gegen Individuum oder Organisation. Dominant werden Kommunikationsströme, die sich selbst organisieren, die vernetzte Formen der Einflussnahme annehmen und nicht steuerbar sind.

Das faszinierende Gefühl, live dabei zu sein

Die Kanalarbeiter verweigern sich dieser Erkenntnis und setzen weiter frohgemut auf die Sender-Empfänger-Kommunikationsberieselung – am besten unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Textbausteine und Skript prägen leider immer noch den Alltag im Kundendienst. Laufen Serviceanfragen, Kritik über schlechte Dienstleistungen oder technische Mängel über soziale Netzwerke, helfen Sprachregelungen, Beruhigungspillen, Kontrollschleifen, Autorisierungen und Mauertaktiken nicht mehr weiter. Echtzeit, die techno-logische Konsequenz der Ungeduld, verändert die Gesprächsformen im Netz, so der Spiegel-Kolumnist Sascha Lobo:

„Es ergibt sich eine chathafte Situation, ein digitales Gespräch in Echtzeit, das faszinierende Gefühl, live dabei zu sein, wo genau jetzt etwas passiert im Netz. Ungeschmeidiger, langsamer funktionierende Kommentarsysteme werden große Probleme bekommen.“

Mit Livestreaming-Apps wie Meerkat oder Periscope ist es nicht nur ein Gefühl, sondern richtig live. Kanalisierte Tweed-Manager sind in diesem Szenario eine Zeitgeist-Erscheinung von vorgestern.

Alte Veranstaltungskonzepte funktionieren nicht mehr – „Events 4.0“ als „Plattformen 4.0“ für die neue „Ökonomie 4.0“!

Im folgenden Beitrag wird argumentiert, warum wir anderen Formen von Events, aber auch von Initiativen, Medien und generell Unternehmen brauchen, weil uns Technologie und Komplexität in diesen Wandel treiben. Die neue Ökonomie 4.0 wird auf „Plattformen 4.0“ als generische Wertschöpfungs-Muster setzen müssen, was aber nicht nur Internet-Plattformen beschreibt, sondern auch klassische „Strukturen“ der Wertschöpfung neu definiert. Events als Einweg-Beschallung sind ebenso inkompatibel mit dem neuen Paradigma wie Medien, deren Leser nur Konsumenten sind, oder Unternehmen, deren Silos und starre Strukturen nicht flexibel auf Anforderungen des Marktes reagieren. Am Ende der Evolution 4.0 werden diese Strukturkonzepte als Inseln verschwinden und zu Plattformen 4.0 konvergieren.

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Abb 1: Der Plattform 4.0-Gedanke transformiert alle „klassischen“ Strukturen

Event 1.0 versus Event 4.0

Stellen Sie sich eine klassische Veranstaltung als Worst Case vor. Sie fahren zum Event, hören mit anderen, ihnen unbekannten Zuhörern von einem „Experten“ eine Frontal-Präsentation und nehmen vielleicht die ein oder andere Information für sich und ihre Praxis mit. Dafür haben Sie u.U. einen ganzen Tag und zusätzlich Veranstaltungskosten investiert. Was früher einmal ausreichte, ist im neuen Zeitalter ungeeignet und so wundert es nicht, dass man nach Alternativen sucht.

Barcamps als offene Formate mit freier Themenfindung und größer Interaktivität stellen hier schon eine wesentliche Innovation dar, weil sie sowohl von der Themenfindung als auch vom wirklichen Kompetenz-Transfer durch Interaktivität eine höhere „User Centricity“ darstellen. Und so lobt sich insbesondere die Netzgemeinde, wenn ihre Veranstaltung und Plattformen wie die re:publica anders sind.

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Abb 2: Event 1.0 vs. 4.0 – Statt Sender-Empfänger co-produktive Partner (CoP), …

Aber auch Barcamps fehlen oft die Nachhaltigkeit und Offenheit i.w.S. und Vernetzung der Veranstaltung mit anderen relevanten Aktivitäten der Teilnehmer. So findet oft keine Vorbereitung und Nachbereitung des Events statt. Das Matchmaking erfolgt nur über die Themen einzelner Sessions. Die Teilnehmer sind sich u.U. unbekannt und können auch wechselseitig ihre Herausforderungen und Kompetenzen nicht einschätzen. Der Anschluss eines Barcamps an die Probleme der Nutzer (vorher) und den Transfer in die Praxis (nachher) sind gering. Von der kollaborativen Kompetenzentwicklung wird nur während des Barcamps profitiert, anschließend verliert sich die Community bzw. es findet ein Transfer nur in dem Sinne statt wie man etwas von seinem Barcamp mitnimmt. Ansonsten bleibt das Barcamp vom eigenen Wirkungskontext getrennt. So sind Barcamps und Ted & Co sicherlich wunderbare Quellen der Inspiration, aber sicherlich nicht die ultimative Lösung für Events für eine kollaborative Transformation und Wertschöpfung. So wird immer mehr gefragt: Tolle Ideen und was dann?

Ist das alternativlos?

Wenn wir einfach die oben genannten „Mängel“ klassischer Events negieren, ist dies nicht nur ein Hinweis auf die Neugestaltung von Events. Eine solche Negation ist zugleich „prototypisch“ für einen Wandel 4.0, der alle bisherigen Strukturen der Wissens-Wertschöpfung wandelt (Events, Medien, …).

  • Warum werden nicht alle Teilnehmer eines Events schon vor dem Event Teil einer Community, die selbstreferentiell durch Einladungen und Empfehlungen und Vorfeldaktionen aus sich selbst wächst?
  • Dabei profilieren sich die zukünftigen Teilnehmer mit ihren Kompetenzen und Herausforderungen. Sie bringen bereits Vorwissen aus anderen Kontexten als Content ein. Ein Matchmaking bringt auf dieser Basis komplementäre Kompetenzträger für die Sessions zusammen.
  • Teilnehmer der Session organisieren mögliche Inhalte, Fragen etc. der Sessions bereits im Vorfeld wie natürlich auch die Ergebnisse der Sessions nach dem Barcamp in die Online-Community wie auch spätere Events und diverse andere Kontexte einfließen.
  • Begleitende kollaborative Formate wie Blogparaden oder virtuelle Roundtables und gemeinsames Engagement auf Twitter begleiten das Event und bereiten es multiplikativ vor und nach.
  • Dabei wird am Ende des Barcamps nicht nur bewertet, wie zufrieden man ist, sondern vor allem werden noch offene Baustellen für die Zukunft (generell, individuell) identifiziert. Ein kollaboratives Coaching und Projekt- und Ergebnismanagement aus der Community heraus stellt den Transfer und die Ergebnisorientierung in den eigenen Arbeitsalltag sicher.
  • Die Grenzen des Events verschwinden, das Event wird offener, interaktiver, smarter und virtuell kollaborativer. Im Idealfall wird das Event 4.0 Teil einer insgesamt gewandelten Wertschöpfung und Ökonomie 4.0.

Von 1.0 zu 4.0

Abb 3: Paradigmatischer Wandel 1.0 bis 4.0

Eine andere Ökonomie als Paradigma 4.0

So weit, so exemplarisch für das, was nicht nur mit Events an Wandel passieren wird.

Um die „Transformation 4.0“ generell zu verstehen, gilt es die Gründe für die Transformation zu verstehen. Die Ökonomie und auch das Web wandeln sich über dieses Beispiel hinaus generell in Richtung eines neuen Wertschöpfungs-Paradigmas „4.0“, weil Technologie als Enabler eine andere Wertschöpfung ermöglicht und die „neuen Märkte“ mit ihren neuen Werten, Strukturen, Prozessen („Märkte als Gespräche“, Cluetrain Manifesto!) dies erfordern.

Während ursprünglich beim Begriff „Industrie 4.0“ die technologischen Enabler wie das Internet, RFID, Mobile oder Cyber Physical Systems im Vordergrund standen, wird nun immer klarer, dass der wirkliche Wandel ein Wandel der Wertschöpfung ist, der durch die neuen Technologien ermöglicht wird.

Das Paradigma, das die Version „4.0“ beschreibt, ist also weniger ein technisches als ein ökonomisches Paradigma. In diesem Paradigma treten an die Stelle von fixen, kundeneinheitlichen Standard-Produkten, monolithischen und geschlossenen Organisationseinheiten und Wertschöpfungen („Inseln“) und starren Kopplungen („Prozesse im alten Sinne“) kundenindividuelle Problem-Lösungen, offene, kollaborative Service-Netzwerke und offenes Networking und die fluide Selbstorganisation der Netzwerke.

Treiber Technologie und Komplexität

Getrieben wird dieser Wandel nicht nur von der Technologie als Enabler. Niemand würde auf Technologie als Selbstzweck setzen. Zugleich wirkt die Technologie als indirekter Treiber, weil gleichzeitig die technologischen Möglichkeiten auch neue Komplexitäten entstehen lassen. Kunden haben heute andere „Wertvorstellungen“, sie wollen bessere Produkt-Lösungen bzw. eigentlich Problem-Lösungen (weil sie jetzt möglich sind), sie agieren anders miteinander und ihren „Lieferanten“, wobei schon diese Unterschiedung ein altes Paradigma kennzeichnen. Im komparativen Wettbewerb besteht man dann nicht mehr mit alten Struktur-Lösungen (weil sie jetzt bessere möglich sind). Wer sich hier nicht wandelt und den neuen Anforderungen bzw. Komplexitäten gerecht wird, verschwindet vom Markt.

Alle werden Plattformen 4.0!

Wie aber reagiert man auf die neuen Herausforderungen? Im Zusammenhang mit der digitalen Transformation fällt immer öfter der Begriff „Plattform“ und „Plattform-Kapitalismus“. In der Regel wird dabei an Google, Apple oder Uber gedacht. Dabei wird immer klarer, dass das Plattform-Konzept darüber hinausgeht. Plattform-Theoretiker wie US-Ökonom Van Alstyne sind noch rigoros in ihrem Verständnis:

„Ich definiere eine Plattform als einen veröffentlichten Standard,
mit dem sich andere verbinden können, zusammen mit einem Governance-Modell,
also den Regeln, wer wieviel bekommt“.

Plattform-Praktiker wie Haier-Chef sind offener und erkennen das Plattform-Konzept als Management-Konzept:

„In Zukunft gibt es nur noch Plattform-Inhaber, Unternehmer und Mikrounternehmer.
Unsere fünf Forschungszentren weltweit funktionieren heute schon wie Plattformen,
auf denen Unternehmer zusammenarbeiten.
Die Firma der Zukunft hat keine Angestellten mehr.“

Das ist aber nicht das Ende der Öffnung des Plattform-Begriffs bzw. technologisch des Cloud-Begriffs (als IT-Plattform). Jede Wertschöpfungsstruktur wird nach Überzeugung des Autors dieses Beitrags nach außen zum Netzwerk von Services (Everything as a Service, allerdings in einem weiteren Verständnis als Wikipedia) und nach Innen zur Plattform für die Vernetzung von Teil-Services und Netzwerk-Akteuren. Diese kombinatorische Logik unterscheidet sich bei „reinen“ Plattformen und „reinen Unternehmen“ vor allem darin, inwieweit die eigene Wertschöpfung sich direkt oder indirekt in die Produkte bzw. Services für die Kunden einbringt oder vor allem der Koordination im Netzwerk dient.

  • Plattformen i.e.S. sind dann reine Koordination bzw. „Marktplatz“,
  • Plattformen i.w.S. ergänzen die „Cloud-Wertschöpfung“ um eine eigene Wertschöpfung für den Kunden über die Koordination hinaus.

Eine solche weitgehende Plattform-Sichtweise hinterfragt nun alle Unternehmen und fordert diese Unternehmen nicht wie bisher nur als Wertschöpfer, sondern eben vor allem auch als Plattformen bzw. als Netzwerk-Unternehmen, deren Assets eben nicht mehr nur „eigene Ressourcen“ und „eigene Kompetenzen“ sind, sondern vor allem der Zugang zu Netzwerken und die mehr oder weniger tiefe Kopplung mit diesen Netzwerken. Hier gilt es die Qualität der eigenen Plattform-Kompetenzen ebenso zu gestalten wie man bisher die „Kern-Kompetenz“ gemanagt hat. Nicht nur Cloud-Worker in Unternehmen sind dann Teil von Netzwerken, sondern z.B. auch freie Blogger bei der Huffington Post.

Alte „Plattformen“ funktionieren nicht mehr, paradigmatischer Wandel 1.5 bis 4.0

Alte „Plattformen“ müssen auf diesen Wandel reagieren. Da, wo sich heutige Wertschöpfungs-Strukturen wie Events, Medien oder auch Unternehmen generell noch nicht ausreichend als Plattformen 4.0 erkennen und gestalten, werden sie im Wettbewerb versagen, weil andere die Chance des neuen Paradigmas 4.0 für bessere Kundenwerte und effizientere Strukturen nutzen. Dabei bedeutet 4.0 zu sein, auch mehr als offener und vernetzter zu sein.

In Anlehnung an die manchmal willkürliche erscheinende Versionierung von Web, Produktion und Marketing (Kotler: Marketing 3.0 = Wert-Marketing) sind aufbauend auf der Wertschöpfung 1.0 vier Schritte oder eher vier Dimensionen oder noch besser vier Teilparaigmen-Wechsel relevant, wenn wir bei 1.0 starten. Dabei werden andere Autoren andere Bezeichnungen und andere Inhalte wählen, das sind aber irrelevante Nebenkriegsschauplätze. „1.5“ ist dabei vom Autor „erfunden“ worden, um diesen wichtigen Aspekt zu thematisieren:

  • 1.0 KLASSIK Klassische Wertschöpfung („1.0“)

darauf aufbauend

  • 1.5 OPEN Offenheit und Vernetzung
  • 2.0 SOCIAL Interaktivität
  • 3.0 SMART Intelligenz bzw. Semantik und Wert-/Ergebnisorientierung
  • 4.0 COLLABORATIVE Dezentrale Selbstorganisation und Kollaboration

1.0 Klassik: geschlossen, unidirektional, Blindflug, Ego-Zentralisierung

Beginnen wir  aus pädagogischen Gründen mit einer ungerechten Polemik. Alte Wertschöpfung erfolgte im Worst Case innerhalb der Organisationen oder zwischen den Organisationen in Silos bzw. weitgehend geschlossenen Systemen, die oft nur durch enge Interfaces gekoppelt waren. Die Art der Kopplung, z.B. zwischen Kunde und und Unternehmen, war dabei im Worst Case natürlich unidirektional bis hin zu „autistisch“. So war man blind gegenüber der Customer Experience und von einem systematischen Monitoring des Marktes und einem Austausch mit dem Markt (Cluetrain Manifesto!) weit entfernt. Der fehlende Austausch und die fehlende „Sensorik“ im technischen wie im empathischen Sinne wurden noch durch fehlende Intelligenz in Richtung Blindflug verstärkt. Im besten Fall erfolgten Entscheidungen und Handlungen intuitiv richtig, im schlechtesten Fall einfach falsch, in der Regeln dann aber intransparent falsch (wo kein Ankläger …). Kontroll-Illusion erfolgte durch Zentralisierung bzw. Hierarchie.

Was ist an dieser „Klassik“ schlecht? In vielen Kontexten ist die Klassik weiterhin tragfähig, in der Regel allerdings nicht mehr auf neuen Märkten. Eine solche Organisation hat eine zu beschränkte Komplexitätsfähigkeit, um die neuen Herausforderungen der Komplexität (s. oben) zu meistern. Wie also optimieren? Negieren Sie auch hier wieder kreativ und Sie erhalten die Musterlösung 😉

1.5 OPEN: Offener und vernetzter

Offenheit und Vernetzung sind im Sinne der Plattform-Ökonomie im wahrsten Sinne die grundlegenden Änderungen. Innerhalb von Organisationen und zwischen Organisationen fallen die sachlichen, räumlichen und zeitlichen Grenzen („Silos“).Komplementär zur Offenheit ist die Vernetzung. Nicht nur die Grenzen (der Organisation, der Arbeit, …) verschwinden, zugleich wird über Schnittstellen hinausgehend bisher Getrenntes verbunden und eins. Nach radikaler:

In Zukunft werden die bisher getrennten Inseln
zu grenzenlosen Netzwerken im großen Netzwerk. Ommmm!

An andere Stelle fordert der Autor dieses Beitrags ein Denken in Eco-Systemen. Innen und Aussen sind danach Begriffe der alten Ökonomie (und einer alten, klassischen Logik und Ontologie), an ihre Stelle treten eher Distanzmaße. Das gilt nicht nur bei Exoten bzw. Plattformen i.e.S. wie Uber und airbnb, wo Privatmenschen Teil der Organisation werden. Auch wenn wir einen so konservativen Bereich wie das Personalmanagement betrachten, wandelt sich die Markt-Organisations-Logik. Talent Pools werden Vorstufen fester Mitarbeiterschaft und Crowd- / Cloud-Worker stehen noch deutlicher für eine neue Arbeits-Perspektive, wo nicht 0 oder 1 Mitarbeiterschaft charakterisiert. Jeder Nicht-Mitarbeiter ist mehr oder weniger potenzieller Mitarbeiter und jeder Mitarbeiter potenzieller Nicht-Mitarbeiter (selbst, wenn er noch in ihrem Büro sitzet).

Da, wo zudem bisher nur Ein- und Ausgabe-Interfaces den Austausch zwischen den Silos regelten (Abteilungen, Kunde und Organisation, …) und nur ein beschränkter Austausch stattfand, entstehen nun gemeinsame Erfahrungswelten. Solche Erfahrungswelten müssen nicht online sein, aber die virtuelle Welt verstärkt diesen Wandel. Auch Mobile oder das Internet der APIs (Application Programming Interfaces) können im Sinne dieses Wandels zu mehr Offenheit und Vernetzung interpretiert werden.

Ein offenes und vernetztes Event ist in diesem Sinne auch keine geschlossene Wagenburg mehr, sondern öffnet sich und fließt zuvor und danach und während der Veranstaltung („twittern“) in andere Kontexte ein und profitiert von anderen Kontexten (z.B. Fanseite auf Facebook, Hangouts auf Youtube, …). Im Idealfall kann man die Veranstaltung im wahrsten Sinne und die Netzwerke (Problem-Lösungen und Kooperations-Partner) mit nach Hause nehmen, indem ihre Virtualisierung (z.B. eigenes kollaboratives Portal des Events) Teil des eigenen Erfahrungskontextes wird.

2.0 SOCIAL: Sozialer und interaktiver sein

Dabei wird die Art der Vernetzung langfristig über doie Transaktions- und Bewertungsvernetzungen ala Amazon oder Uber hinausgehen. Bei Medien wie der Huffington Post sind die Leser zwar noch weitgehend passiv (außer Kommentaren), aber das Netzwerk externe Blogger trat bereits kreativ an die Stelle der sonst üblichen Autoren. Der bisherige konsumierende Nutzer und Kunde wird zum Co-Produzent und die Schnittstelle geht von der Transaktion in Richtung Ko-Produktivität.

Beim Barcamp wurde schon aufgezeigt, wie „Kunden“ Mit-Produzenten wurden, die Session festlegen und aktiv mitwirken. Kunden sind aber auch Mit-Akquisiteure, wenn sie z.B. Empfehlungen zum Unternehmen aussprechen. Und generell wird die Kundenerfahrung an Interaktivität durch neue Technologien gewinnen können.

3.0 SMART: Semantischer, smarter und wertorientierter

Nach dem Web 2.0 und dem Marketing 2.0, Enterprise 2.0 blieb lange unklar, was denn nun 3.0 sein könnte. Die Kern-Web-Community entdeckte das semantische Web für sich, was mehr ist als irgendwelche technische Standards. Mit dieser Entdeckung scheinen sie relativ alleine geblieben zu sein, dabei geht eigentlich jede Form der Profilierung- und Qualitäts-Bewertung in Richtung 3.0, und so begegnet man einem solchen 3.0 nicht nur bei Open Graph und Klout Score, sondern z.B. bei jeder Relevanz-Filterung und jedem Matchmaking. Das „Web“ wird durch Semantik „intellligenter“. Noch radikaler könnte man sogar jede Standardisierung – also den Kern von Plattformen im weitesten Sinne – dieser Intelligenz durch Semantik zuordnen.

Im Industrie 4.0-Kontext fällt komplementär oft der Begriff der „Smartness“. Dezentrale Smartness und Vernetzung durch eine gemeinsame Semantik sind für den Autoren ebenso Aspekte von SMART wie die Mehr-Wertorientierung von Kotler und seinem Marketing 3.0. Semantik ermöglicht smartere, vernetzte Systeme und Profilierung und Qualiätsbewertung wird auch Werte im Kotlerschen Sinne umfassen. Lokale wie globale Strukturen, jeder einzelne Akteur wie auch das Netz bzw. die Plattform werden „smarter“ und dadurch erreichen wir ein neues Potenzial der Wertschöpfung.

Wie aber werden Events „smarter“? Oben wurde bereits geschildert, dass das Matchmaking wie auch die Kundenindividualisierung von Events deutlich verbessert werden können. Eine smarte Plattform könnte das laufende Wissens- und Akquisitionsmanagement triggern. Wenn wir unsere Profilierung mit lokaler Smartness des Events i.e.S. und Smartness des Umfelds kombinieren, dann kann die „Wert“-Schaffung von Events für jeden Teilnehmer deutlich gesteigert werden.

4.0 COLLABORATIVE: Dezentralisierter, selbstorganisierter und kollaborativer (4.0)

Last, but not least, hat alle Welt nach 2.0 und 3.0 auch 4.0 entdeckt. Und auch der Autor dieses Beitrags ist trotz regelmäßiger Kritik am Fortschritt im Bereich Industrie 4.0-Umfeld ein 4.0-Believer. Dabei bedeutet 4.0 nicht nur Hightech in der Industrie, sondern ein generelle Wandel der Wertschöpfung (s.o.). Offenheit und Vernetzung, neue „sozialere“ Strukturen (auch von Social Maschines!) und das mehr an Smartness und Semantik / Standards ermöglichen eine neue Ökonomie der dezentralen Selbstorganisation bei gleichzeitig erweitertern und verbesserten Kollaboration.

Am Ende werden wir alle nach „außen“ (alte Denke) zu agilen/ fluiden Service-Netzwerken und nach innen zu kollaborativen Netzwerken, wo z.B. der Nutzer, Kunde, … Teil der Kollaboration ist und Co-Produktion auch bei ihm stattfindet und zwar nicht nur in Form von 3-D-Druckern, sondern schon auf Märkten, die mehr als Transaktionen sind, und in Organisationen, die nicht mehr von Märkten getrennt sind, sondern gemeinsame Problemlösungs-Plattformen darstellen.

Im Idealfall muss ein Event 4.0 in diesem Sinne ein kollaboratives Netzwerk,
eine Transformations- oder Wertschöpfungs-Community etablieren,
das vor, während und nach dem Event wirkt und das Event als Insel verschwinden lässt.
Wenn im eigenen Arbeitskontext die Transformation und Wertschöpfung gelingt,
weil man auf die Kompetenz des Netzes zurückgreifen kann, dann ist ein Event wirklich 4.0.

4.0 Schale

Abb 4: Von 1.0 zu 4.0 durch Ummantelung bei Industrie 4.0-Komponente und Portal 4.0

Virtualisierung von Strukturen 1.0 in Richtung 4.0

Wie aber gelingt das Wunder, dass aus Strukturen 1.0 nun Strukturen 4.0 werden? Plattformen sorgen mit ihrer „zentralen“ Logik für die Transformation der an die zentrale Plattform „angeschlossenen“ Strukturen.

Umgekehrt können Strukturen aber selbst transformiert werden, indem sie z.B. durch 4.0-Logik ummantelt werden. In diesem Sinne kapselt z.B. in der Industrie 4.0 das Konstrukt der Industrie 4.0-Komponente jedes Element einer Industrie-4.0-Lösung mit „Verwaltungsschale“ (auf einen solchen Begriff kommen nur deutsche Ingenieure!) und versorgt es mit zusätzlicher Vernetzung und Smartness. Diese Rolle der Industrie-4.0-Komponente können für Initiativen, Events und Medien z.B. „smarte“, kollaborative Portale übernehmen, die die reale Struktur in ihrem Wertschöpfungs-Schwerpunkt immer mehr virtualisieren. Hier kann die Netzgemeinde von den Ingenieuren lernen.

Ein Event kann die Virtualisierung bzw. Transformation 4.0 der alten Event-Logik
mit Hilfe einer kolaborativen Event-Plattform (Portal) im weitesten Sinne realisieren.
Ein Event-Portal wie auch vernetzte Kontexte (Facebook, …) sorgen dann dafür,
dass die oben skizzierten Veränderungen der alten Event-Logik unterstützt werden.  

Eine Plattform 4.0 für das Netzökonomie-Camp

Ein Netzökonomie-Camp (#NÖCCN15) zur Netzökonomie bzw. Plattform-Ökonomie bzw. zur Ökonomie 4.0 oder wie auch immer wir sie benennen, muss in the long run natürlich selbst dieser Plattform-Logik 4.0 genügen. Daher findet das Netzökonomie-Camp nicht erst im November und nicht in Köln statt. Im Idealfall findet es u.a. bereits mit diesem Beitrag statt und wo immer es auch notwendig ist. Und eine Fanpage bei Facebook gibt es auch schon 😉 Das kann natürlich nur der Anfang sein, der Ausbau in Richtung 4.0 wird sukzessiv weiter gehen …

NetzCamp 20150524

Abb 4: Doppeltes Networking vor, während, nach #NÖCCN15 = vor #NÖCCN16

Vom Event 4.0 zur Initiative 4.0, IHK 4.0, zu Marktplatz 4.0 und Unternehmen 4.0 …

Das Netzökonomie-Camp als „Event 4.0“ kann dabei nur ein Anfang sein. Auch Strukturen wie Initiativen, Verbände, IHK, elektronische Marktplätze und Unternehmen sind in analoger Weise neu zu definieren.

Power von Live-Content nicht unterschätzen – Nekrologe liegen falsch @ruhrnalist @netzpiloten

Ich sag mal

Livestreaming Battle

Trotz Hype interessiert sich angeblich niemand für die Livestreaming-Apps Periscope und Meerkat, die erst seit wenigen Wochen auf dem Markt sind. Zu dieser These versteigt sich zumindest Daniel Kuhn in einem Netzpiloten-Beitrag.

Etwas apodiktisch formuliert, aber anregend für tiefergehende Fachdebatten – etwa auf Facebook. Als Beleg für seine These stützt sich Kuhn auf die Zahl der Downloads. Beide Dienste müssten nach der medialen Welle eigentlich in den Appstores auf Spitzenplätzen liegen.

„Schaut man sich die Bestenlisten allerdings genauer an, muss man lange suchen, um die Apps zu finden. Laut App Annie ist die zu Twitter gehörende App Periscope in Deutschland nur auf Platz 329 und in den USA auf Platz 161 der beliebtesten iOS-Apps zu finden. Eine Android-Version gibt es bisher nicht. Der direkte Konkurrent Meerkat hat zwar bereits den Weg in den Google Play Store gefunden, belegt dort in den USA aber nur Platz 475 und unter…

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Über paradoxe Interventionen gegen die Totalüberwachung #NSADADA

Merkel und NSA

Wie viele Vollpfosten, Dummschwätzer, unterbelichtete Politologen, wichtigtuerische Spione und paranoide Aktenknechte sitzen wohl in den Sicherheitsdiensten von BKA, NSA & Co., die sich selbst verwalten, krampfhaft nach äußeren Feinden fahnden und innere Feinde im Kollegenkreis, in der Familie und bei Freunden vermuten? Jeder verdächtigt jeden. Ein ewiger Kreislauf, der sich aus einem grundlosen Misstrauen speist und auf öffentliche Finanzmittel wie ein Schwarzes Loch wirkt.

Wenn es allerdings um strategischen Sachverstand, Intuition, Kombinatorik, politischen Spürsinn und Recherchefähigkeit ankommt, versagt das Schlapphut-Idiotensystem kläglich.In ihrer penetranten Sammelwut können CIA, NSA und sonstige geldverschwenderische Überwachungsbehörden die Bäume vor lauter Wald nicht mehr erkennen. Selbst mit den modernsten und teuersten Analyse-Werkzeugen wie Big Data, Data-Mining, Spracherkennung, Trojanern und sonstigem Spionage-Spielzeug sind sie nicht in der Lage, mit der Datenflut umzugehen. Die von Algorithmen extrahierten Beziehungsmuster sagen nur dann etwas aus, wenn Analysten in den Sicherheitsbehörden die richtigen Schlüsse aus dem Material ziehen – und dann greift halt das Idioten-Syndrom.

“Die NSA behauptet zwar, sie müsse erst einmal einen Heuhaufen haben, um darin eine Stecknadel zu finden. Doch liegt der Verdacht nahe, dass sie angesichts der schieren Masse des gespeicherten Materials oft nur digitale Friedhöfe anlegt”, schlussfolgert die NZZ.

Die Spionage-Gadgets spucken eben nur Daten aus und kein nützliches Wissen – dafür braucht man Geistkapital – das verschweigen die Big Data-Apolegten in Staat und Wirtschaft gerne. Man könnte sonst ihre Daseinsberechtigung anzweifeln.

“Aus Sicht des amerikanischen Steuerzahlers ist dies der eigentliche Skandal: Mit gewaltigen Mitteln wurde eine Bürokratie gemästet, deren Aufwand in zweifelhaftem Verhältnis zum Ertrag steht”, so die NZZ.

Mit testosteron-gesteuerten Gigantismus überfrisst sich die NSA mit Bits und Bytes. Und genau hier liegt die Sollbruchstelle. Im Daten-Moloch verliert man schnell den Überblick und produziert undichte Stellen.

Auch die Nachrichtendienste seien nicht mehr uneingeschränkt Herr ihrer Rechner, meint die NZZ. Edward Snowden habe vermutlich mehr amerikanische Geheimnisse preisgegeben als Aldrich Ames und Robert Hanssen, die sowjetischen Maulwürfe in CIA und FBI. Der nimmersatten NSA-Datenfressmaschine sollte man mit einer dadaistischen Datenexplosion das Maul stopfen.

Man könnte den NSA-Nasen sinnentleerte Botschaften schicken, die NSA-Hotline in eine Warteschleifen-Krise stürzen, NSA-Einrichtungen einer Dauerbeschallung mit dem Technolied von Blümchen aussetzen, NSA-Briefkästen mit PET-Flaschen-Leergut vollstopfen und an die NSA-Zentrale billige Spionage-Kugelschreiber mit Fotos von Dieter Bohlen schicken. Erfreuen wir die NSA-Analysten mit Big Data-Schabernack im Stil der anarchisch-surrealistischen Partei von Jón Gnarr. Mit der Bestu Flokkurinn – die Beste Partei – trat er zur Wahl als Bürgermeister von Reykjavík an und gewann.

“Was immer sich die konkurrierenden Parteien als Wahlversprechen einfallen ließen, er überbot es und gab so die Versprecher der Lächerlichkeit preis, versprach einen Polarbären für den Reykjavíker Zoo, einen Disney-Park und transparente Korruption – und er versprach, alle Wahlversprechen sofort wieder zu brechen”, schreibt mein Wortspiel-Radiokollege Wolfgang Schiffer in einer Besprechung des neuen Gnarr-Buches “Hören Sie gut zu und wiederholen Sie!!!“

Das Motto von Gnarr sollte man ernst nehmen:

“Der wahre Sieger des Spiels ist für mich der, der am meisten Spaß dabei hat…”

Das gilt auch für das Spionage-Spiel. Wir haben mehr Ressourcen, mehr dadaistische Daten und mehr Einfälle, um die Luschen in den Sicherheitsdiensten in den Wahnsinn zu treiben. Ohne Krypto-Partys, ohne Verschlüsselungs-Bocksprünge und Neo-Geheimniskrämerei – wer so agiert, handelt nach den Spielregeln von NSA und Co. Wie man anders vorgehen könnte, diskutiere ich am Freitagnachmittag mit Winfried Felser.

Hashtag zum Mitdiskutieren #NSADADA

Siehe auch:

Spionage? Kein Grund zur Aufregung!

Macht Euch nackt! Ist das Ziel überhaupt realistisch, Hoheit über die eigenen Daten zu bekommen?

Netz-Diskurse ohne biologistisches Imponier-Gehabe – Warum Frau Zucker den Kappes nicht versteht

Ich sag mal

BiologismusDie Kolumnistin Renée Zucker versucht sich in einer biologistisch-evolutionstheoretischen Einordnung der Posting-Sucht:

„Ein Blogger, der sich selbst als Pionier des Internets bezeichnet, beschreibt seine Hilflosigkeit angesichts des Lesens einer Wochenzeitschrift. Er hatte so lange kein bedrucktes Papier mehr in der Hand. Offenbar ein Mann mit robuster rundum-Gesundheit und selbstorganisierten Haaren, der seine Zeit weder in Arzt-Wartezimmern noch Frisörsalons vertut“, schreibt die RBB-Hobby-Biologin Zucker.

Gemeint ist Christoph Kappes, der in einem Blog-Beitrag seine Entwöhnung von gedruckten Medienprodukten thematisiert:

Auf der Suche nach Krankheitssymptomen im Netz

Kappes hat es schlicht verlernt, Prinz-Magazine zu lesen.

„Und noch mehr: das Teilen (sharen) ist mir eine so selbstverständliche Handlung geworden, dass ich gar nicht weiß, warum ich Print lesen soll, kann ich doch diese wichtige Funktion damit gar nicht vornehmen. Warum soll ich lesen, was ich nicht teilen kann? Warum soll ich lesen, was ich nicht kopieren kann, was ich nicht kommentieren kann…

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