@wiwo @BeatBalzli Ökonomen-Ranking Informatiker ist der beste Betriebswirt mit einem fantastischen CIO-Netzwerk — ichsagmal.com

Die Digitalisierung fordert alle Unternehmen und auch die akademischen Disziplinen heraus. Eine Antwort will die BWL im Strategischen Management liefern. Das dokumentierten jedenfalls vor rund zwei Jahren die Autoren Thomas Hutzschenreuter, Torsten Wulf und Dodo zu Knyphausen-Aufseß in einem Gastbeitrag für die FAZ. 31 weitere Wörter

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@Kartellamt prüft Übernahme des Grüne Punkt-Konzerns durch den Entsorgungsgiganten Remondis: „Großer Fall“ #GelbeTonne #GelberSacke

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Das Bundeskartellamt in Bonn wird die Übernahme des Grünen Punktes durch Remondis prüfen. Das berichtet der Fachdienst Euwid:

„DSD und Deutschlands führender Entsorger hatten am 19. November gemeinsam einen Antrag auf Rückverweisung bei der EU-Wettbewerbskommission gestellt. Brüssel hat die Prüfung gestern ganz an Deutschland verwiesen. Bereits am 5. Dezember hatte das Bundeskartellamt der Kommission mitgeteilt, dass Deutschland der beantragten Verweisung zustimmt. Der geplante Zusammenschluss muss nun beim Bundeskartellamt angemeldet werden. Die Bonner Wettbewerbshüter sprechen von einem ‚großen Fall‘. Erwartet wird eine vertiefte Prüfung, die bis zum Frühsommer dauern könnte. Remondis und die DSD-Gesellschafter hatten im September den Kaufvertrag unterzeichnet. Remondis will rückwirkend zum 1. Januar 2018 Deutschlands größten Betreiber eines Dualen Systems für einen Kaufpreis von knapp unter 150 Millionen Euroe vollständig übernehmen. DSD gehört bislang den Investoren Bluebay (55 Prozent) und HIG Capital (25 Prozent) sowie zu rund 20 Prozent dem bisherigen Management um Geschäftsführer Michael Wiener.“

Brancheninsider halten…

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Mitmachkultur bei Facebook Live

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Mobile Reporting Mobile Reporting

Mark Zuckerberg ist beseelt von der Zahl Zehn. Er geht mit Facebook chancenreiche Projekte an, die zehnmal mehr Vernetzung ermöglichen. Das Grundprinzip: Durch eine reibungslose und einfache Teilnahme steigen die Netzwerkeffekte der Plattform an und erhöhen die Möglichkeit, gigantische Datenmengen zu erfassen, zu analysieren und auszutauschen. Dazu zählt das von vielen Experten als utopisch eingestufte Ziel, Daten per Laser zu übertragen und über Drohnen zur Erde zu senden.

Die Lichtstrahlen „ermöglichen eine extrem hohe Bandbreite und sind nicht reguliert. Das Team für Laserkommunikation bei Facebook arbeitet an Lasern, die Daten zehnmal schneller übertragen sollen als heutige Versionen“, schreibt Wired. Klingt nach Zukunftsmusik. Nicht so für das Connectivity Lab des Zuckerberg-Konzerns. Bis Ende des Jahres wird ein System getestet, das Funksignale zu einer Drohne überträgt, die sie über Laser an weitere Drohnen weitergibt.

„Die Luftflotte versorgt über Laserstrahlen Transponder, die maximal 50 Kilometer von jeder Drohne entfernt sind und…

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#SocialTV mit Hangout on Air weiterhin möglich – Ergebnisse auf der IBM BusinessConnect #ibmbcde

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Mobiles SocialTV-Studion beim #ibmbcde Mobiles SocialTV-Studion beim #ibmbcde

Nachdem Hangout on Air als Google+-Dienst am 12. September abgeschaltet wurde, war es am Tag danach für mich eine kleine Nervenanspannung, wie man mit den vorgeplanten Live-Hangouts nun zurecht kommt.

Am Vormittag hatte ich dann so rund 30 Minuten Stress bei der Vorbereitung. Dann aber lief es wieder gut.

Wie man damit jetzt umgehen kann, habe ich über Facebook Live erläutert 😉

Hier die Hangout-Variante.

Und hier die SocialTV-Interviews auf der IBM BusinessConnect. Alles gut gelaufen 🙂

Man hört, sieht und streamt sich. Auch in eBook-Form.

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Zulieferer unter Druck: De-Industriealisierung mit „Target Cost Squeeze”.

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Industriemuseum Industriemuseum

Seit den 1960er Jahren geht die Zahl der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe runter. Seit 1980 sind wir nach den Daten des Statistischen Bundesamtes kein Industrieland mehr. Und aktuell gibt es andere “Maßnahmen” der Industriekonzerne, die zu einer Beschleunigung der De-Industrialisierung in Deutschland beitragen, ganz ohne Industrie 4.0-Geschwätz und Digitalisierung. So richtig in Fahrt kam das Ende der 1980er Jahre, wie der Automotive-Experte Thomas Meichsner, Geschäftsführer Operations bei der Firma Faurecia Interior Systems, im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Boardreport deutlich macht:

“In der ersten Phase der Kostensenkung sind wir mit einer so genannten ‘verlängerten Werkbank in die neuen Bundesländer gegangen. Wenige Zeit später eröffnete ich unsere ersten Low Cost Standorte in Polen, Rumänien und dann in China. In diesen Werken sollte nur produziert werden, die Verwaltung mit der Entwicklung und der Hauptproduktion fand immer noch in Deutschland statt. In der zweiten Phase investierten wir massiv in die Kostenreduzierung durch eine…

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Tweet-Sucht: Im Sog von Dopamin und Oxytocin – Wenn Neuronen ratlos blinken

Nur mal so eine kleine Randbemerkung.

Netzstrategien für die Wirtschaft

Kopfsachen Kopfsachen

Der Sog, den die sozialen Netzwerke ausüben, soll nicht eingebildeter Natur sein.

„Er ist, dank zweier chemischen Stoffe die unser Gehirn produziert, sehr real: Dopamin und Oxytocin“, schreibt Vanessa Dincklage.

Dopamin werde ausgeschüttet, wenn wir uns unvorhergesehenen Situationen gegenüber sehen, durch kleinteilige Informationen und bei jedem noch so kleinen Anflug von Belohnung – also ziemlich genau das, was Social Media ausmacht.

„Studien haben sogar gezeigt, dass es unter dem Einfluss von Dopamin schwieriger ist dem Verfassen eines Tweets zu widerstehen, als Zigaretten oder Alkohol.“

Oxytocin wird in dem Beitrag als „Kuschel-Stoff“ bezeichnet. Er kommt zur Ausschüttung, wenn man sich küsst oder umarmt.

„Oder auch beim Twittern. Innerhalb von 10 Minuten auf dem sozialen Netzwerk kann die ausgeschüttete Menge von Oxytocin um 13 Prozent gesteigert werden – ähnlich hoch ist der hormonelle Anstieg bei Personen an ihrem Hochzeitstag“, soweit die Hobby-Neurologin.

Ob Ursache und Wirkung in irgendeinem Zusammenhang stehen, scheint…

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#NEO15 Liebt Eure Programmierer und Nerds #GrowthHacking – #Nerdland statt #Neuland

Netzstrategien für die Wirtschaft

Zuckerberg

Storymaker, die uns die Bits und Bytes nicht mit dem Charme von Rechenschiebern vermitteln, findet man kaum in Deutschland. Es sind die seltenen Gastauftritte von den Tech-Bombenlegern aus dem Silicon Valley, die uns den Erzählstoff für die Next Economy bieten. Dazu zählt der Periscope-Mitgründer Kayvon Beykpour, dem in Hamburg die mediale Schickeria zu Füßen lag. TV-Journalist und Blogger Richard Gutjahr überlegte gar einen Moment im Livestreaming-Interview mit Beykpour, ob er nicht auf die Seite des Startup-Unternehmens wechseln sollte, da selbst im Journalismus die Impulse nicht mehr von Häusern wie Springer oder Burda kommen, sondern von den Programmierern in Kalifornien. 

Wie man das ändern kann, wollen wir – also die netzökonomischen Käsekuchen-Fans – in aller Offenheit auf der Next Economy Open #NEO15 Anfang November in Bonn diskutieren – gut eine Woche vor dem IT-Gipfel in Berlin, wo sich Männer in dunklen Anzügen mit Kanzlerin Merkel treffen und im Industrie 4.0-Technokraten-Modus über…

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Mensch-Maschine-Kombination: Wie Katzenberger Polit-Talkmasterin werden kann #GSummit15

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Watson kognitive Intelligenz

Der IBM-Rechner “Watson” ist wohl ein ziemlich schlaues Kerlchen. Nicht erst seit seinem legendären Sieg über die Champions des Ratespiels Jeopardy. Er kann noch viel mehr. Watson ist ein Fakten-Checker:

Seine Software der Künstlichen Intelligenz ist bereits bei Behörden, Institutionen und Unternehmen in den USA im Einsatz. Das System unterstützt Onkologen bei der Behandlung von Krebspatienten, führt natürlichsprachliche Verkaufsberatungen bei einer Bekleidungsmarke und leitet aus der permanenten Analyse digitaler Medien ab, welche Themen sich als gesellschaftliches Mem abzeichnen und welche davon auf die Agenda der Wirtschaft gehoben werden sollten. In der Definition von Patrick Breitenbach spricht man von einem Internet-Mem erst dann, wenn sowohl der Variationsgrad als auch die Anzahl der Verbreitung dermaßen zunimmt, dass die Quantität der Verbreitung für die beobachtenden Internetnutzer als Trend wahrgenommen wird. Nachzulesen im Opus „New Media Culture: Mediale Phänomene der Netzkultur“, erschienen im Transcript Verlag.

Selbst die recht bescheidenen Hotline-Angebote würden sich verbessern –…

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Toxisches Management: Neo-Bürokraten in einer Evaluations- und Buchführungs-Diktatur

Licht am Ende des Planungstunnels?

Licht am Ende des Planungstunnels?

Von Professor Rupert Hasenzagl gibt es eine vernichtende Prophezeiung für das Management:

„Wir bedienen uns derzeit eines toxischen Systems und fahren mit 300 Stundenkilometer gegen die Wand.“

Wir könnten uns noch gar nicht vorstellen, wo wir in fünf Jahren stehen würden, weil uns die Dimensionen fehlen. Weil wir uns in einem enormen Umbruch befänden. Weil Unsicherheit und Angst zunähmen. Weil es vielen Managern an der Profession fehlt, um die Komplexität zu erfassen. Stattdessen würden wir die Dosis an Macht und Bürokratie erhöhen. In diesen bürokratischen Organisationen gedeiht eine trügerische Rationalitätsfantasie. Sie verschanzt sich hinter Controlling-Kennzahlen, Erbsenzähler-Monitoring-Systemen, ISO-Normen, Zertifikaten, Testaten und sonstigen Hilfsmitteln der Planungsgläubigkeit.

Der britische Soziologe Michael Power vertritt die These, wir lebten in Audit-Gesellschaften, in denen immer mehr beobachtet und immer weniger gehandelt wird. Sozusagen eine Evaluations- und Buchführungs-Diktatur. Nachzulesen in dem äußerst bemerkenswerten Opus „Leben im Büro“ von Christoph Bartmann – erschienen im Hanser Verlag. Der Autor erkennt im „modernen“ Management von Staat und Wirtschaft eine Tendenz zu einer neureligiösen „Fähigkeitsmystik“. Die Adepten dieser Wunder-Ideologie schwallen in endlosen Monologen von perfekter Prozessoptimierung und Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Ganze Heerscharen von Beratern ernähren sich vom Verkauf von Inspektionen, Audits, Testaten, Analysen, Klassifikationen und Zertifikationen.

Im sogenannten New Public Management gedeiht eine Neo-Bürokratie, die den Bürokratieabbau mit neuer Bürokratie übersät.

„Der flächendeckende Einsatz von NPM lässt eine Audit-Gesellschaft entstehen, in der die Rechenschaftslegung und Evaluation von Tätigkeiten einen solchen Umfang annimmt, dass die Tätigkeiten selbst von dem Zwang zur Berichterstattung und dem Aufwand der Evaluation deformiert und überfrachtet werden und so ihren ursprünglichen Sinn und Zweck verlieren“, schreibt Richard Münch in seinem Buch „Globale Eliten, lokale Autoritäten: Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey & Co.“

Wo das hinführt, dokumentiert „FAZ“-Redakteur Carsten Knop in einer Story über die Kapitulation eines Bankberaters. So werden die Kunden mit einem Protokollwahnsinn überzogen, um vor unsicheren Finanzprodukten geschützt zu werden. Als Ergebnis bleiben frustrierte Angestellte und verwirrte Verbraucher zurück, die tonnenweise Papierstapel entsorgen müssen.

Das Ganze wird von einem Mehltau an Sprachregelungen, Leerformeln, Zielen, Strategien und operativen Handlungsanweisungen überzogen. Wichtigtuerei, gesteuert von einem rhetorischen Autopiloten – programmiert von Consulting-Päpsten, die sich mit Binsenweisheiten über Wasser halten.

Besonders auffällig ist das Regime der Neo-Bürokraten im Online-Marketing. Wer den LEAD-SEO-ONE-TO-ONE-Propaganda-Alchemisten etwas genauer auf die Finger schaut, entdeckt semantische Nebelschwaden und Fata Morgana-Effizienz-Messungen. Es sind seelenlose Technokraten, die uns wie weiße Mäuse im Versuchslabor betrachten und uns mit ihren dümmlichen A/B-Testverfahren dressieren wollen.

Die Heilsversprechen der Marketing-Technokraten

Am Schluss sollen dann „Leads generiert“ werden für Mailingaktionen, um den Auftraggebern und Vorständen irgendeine Conversion-Response-Statistik-Sauce zu präsentieren. Hauptsache die Zahlen klingen optimistisch: Im Bürokraten-Duktus der Software-Anbieter werden umfassende Funktionen wie E-Mail-Marketing, Landing Pages und Formulare, Kampagnen-Management, Lead-Pflege und Lead-Bewertung, Management der Lead-Lebensdauer, CRM-Integration, Social-Marketing-Funktionen sowie Marketing-Analytics als Heilsversprechen an Unternehmen verkauft, die damit effektiv und effizient ihren ROI (hat nichts mit Siegfried zu tun, sondern steht für Return on Investment) berechnen, Umsätze steigern und Gewinne in die Höhe treiben. Alles klar?

Das „individuelle“ Gespräch mit Kunden übernehmen lernende Algorithmen, die das Zielsubjekt automatisiert bewerten und mit Kampagnen bespielen, weil ja alles so schön im System vorhersagbar sei. Entsprechend ändert sich die Marketingdisziplin immer mehr zu einem technischen Beruf, „der den souveränen Umgang mit technologischen Lösungen erfordert“, heißt es in einer Hochglanzbroschüre.

Steuerungslehre statt gute Gespräche

Die Kunst des guten und offenen Gesprächs, die man im Internet ohne Barrieren führen kann, wird durch eine Rückkehr zur alten Denke der kybernetischen Steuerungslehre von Sender-Empfänger-Modellen ersetzt.

Aber was passiert auf der Kundenseite, die die Sozialingenieure über Maschinen dirigieren wollen? Werden wir als Empfänger dieser technokratischen Botschaften und hoch manipulativen Selektionsverfahren, die Facebook und Co. an uns ausprobieren, zu willenlosen Opfern von Nasenring-Systemen? So blöd sind die Nutzer vielleicht gar nicht, um die Psychotricks der Online-Werber und Marketing-Maschinisten zu durchschauen. Es reicht eine negative Erfahrung und die Lernkurve geht steil nach oben. Irgendwann kommt hinter jeder Kampagne, hinter jeder dümmlichen Lead-Generierung via A/B-Testverfahren die Stunde der Wahrheit, wo man als Konsument die Dienstleistung oder das Produkt beurteilen sowie die technokratischen Kampagnen, Algorithmen und Verfahren zur Suchmaschinen-Optimierung als heiße Luft entlarven kann.

Spätestens dann erkennt man die verstümmelten Arme der Datenkraken, die uns im Netz bis zum virtuellen Exitus verfolgen. Heute versandet die Penetranz der Stalking-Systeme schneller als zu Zeiten der heiligen Inquisition, wo Ungläubige, die nicht parierten, gefoltert, gevierteilt oder verbrannt wurden.

NEXT Economy – Wie aus dem Digitalen und der Sharing- und Service-Ökonomie nun eine kollaborativere und bessere Ökonomie erwächst (mit Dank an Professor Heribert Meffert)

Im folgenden Beitrag wird verdeutlich, dass neue Märkte und neue Technologien eine neue Ökonomie und eine neue Wertschöpfung erfordern. Die ökonomischen Innovationen erwachsen dabei als Emergenz aus der Digitalisierung, d.h. neue Technik führt zu neuen Produkten, Prozessen, …. Digitalisierung als Selbstzweck oder dominante Technikzentrierung wird hingegen als Irrweg abgelehnt. Der Wandel der Wertschöpfung ist entscheidend. In der Betriebswirtschaft, insbesondere im Marketing, wird in diesem Sinne neben 2.0 („Social“ und „Sharing“), 3.0 („Value“) und  „4.0“ („Collaborative“) u.a. auch die SERVICE-DOMINAT LOGIC (SDL) als neues Paradigma der Wertschöpfung gepriesen. SDL überwindet die klassische güterzentrierte Sicht der alten, „materiellen“ Welt und setzt an ihre Stelle eine „dematerialisierte“ Welt bzw. eine service- und leistungs-zentrierte Sicht. Eine solche (kollaborative) Service-Zentrierung entspricht in vielem dem sich entwickelnden „4.0“-Paradigma, betont aber noch nicht ausreichend die Bedeutung von kollaborativem Kompetenzmanagement als grundlegender „Sharing“-Wertebene. Nicht nur der Service und die Transaktionsebene schaffen Werte, sondern auch die kollaborative Entwicklungen von und Teilhabe an Kompetenz. Daher wird für die hier vorgestellte Netzwerk-Ökonomie, die Service- und Kompetenz-Dominanz harmonisiert, der Begriff der NEXT LOGIC oder NEXT ECONOMY bevorzugt, um anzudeuten, dass der Wandel in allen Denkperspektiven wirkt. Sie schreibt so als neue Ökonomie 4.0 („Sharing und Kollaboration für Co-Creation/-Production und Co-Development“) die bisherigen Paradigmenwechsel 2.0 und 3.0 fort und integriert die SD-Logik. Am Ende der Wirkungskette steht die Hoffnung auf eine bessere Ökonomie.

So weit zum Überblick, nun zu mehr Details …

Die Treiber der NEXT-Economy: Neue Märkte und neue Technologien

Wie der Autor an andere Stelle bereits betont hat, ist die Option auf eine neue Ökonomie und Wertschöpfung bzw. der Wandel eigentlich keine wirkliche Option, sondern ein Muss, denn zwischen den Anforderungen der neuen Werte und Märkte als Treiber und den neuen Technologien als Zwangs-Enabler wird jeder Stillstand zum komparativen Nachteil, weil die Kunden einen Stillstand nicht akzeptieren und die anderen Marktbegleiter nicht stehen bleiben werden, sondern technologisch und ökonomisch aufrüsten werden. Die Transformation ist also nun wirklich einmal im merkelschen Sinne „alternativlos“ (s. Bild 1).

NEXT als MUSS 20150620

Bild 1: NEXT … als MUSS unter dem Druck von Märkten und Technologien  

Hier scheint aber im Allgemeinen auch bereits die Notwendigkeit des Wandels in der Breite erkannt. Evangelisten der Digitalisierung, insbesondere Anbieter von Digitalisierungs-Produkten und -Beratung, reisen mit den bedrohlichsten Metaphern durch das Land, um deutlich zu machen, dass ein Mehr an Informations- und Automatisierungstechnologie unvermeidbar ist. Diese Technikzentrierung, die schon Computer Integrated Manufacturing und die New Economy scheitern lies, ist aber auch diesmal genauso falsch wie der Wandel unserer Ökonomie richtig ist.

Das Digitale als Basis der Wertschöpfungs-Emergenz, nicht als Selbstzweck

Nicht das Digitale ist entscheidend. Digital alleine ohne eine Änderung der Wertschöpfung führt im besten Fall zu Effizienzgewinnen. Im schlimmsten Fall führt es (CIM!) zu Investitionsgräbern. Die Änderung der Wertschöpfung ist das Entscheidende, sie ergibt sich aber aus der Digitalisierung, wenn wir in einer „digitalisierten“ Welt unsere „Produkte“, „Prozesse“, „Organisationen“ … neu denken.

Ökonomie als Fokus Technik als Treiber 20150621

Bild 2: Ökonomie als Fokus des Handels, Technik als Enabler

Digitalisierung führt in Richtung Dematerialisierung, Entgrenzung, besserer Vernetzungs- und Anschlussfähigkeit, Mehr an Interaktion und Intelligenz und last, but not least Kollaboration und ermöglicht es uns daher auf dieser Basis alle Aspekte der Ökonomie und der Wertschöpfung zu optimieren. Die neue Brille ermöglicht neue Denk- und Gestaltungsmuster. Schon wird ein neuer Paradigmenwechsel verkündet, also eine fundamentale Änderung unserer Perspektiven.

Paradigmenwechsel 2.0, 3.0, 4.0, …?

Paradigmenwechsel waren in der Ökonomie als „Emergenz“ in den letzten Jahrzehnten sehr stark mit der Entwicklung des Internets bzw. des Webs verbunden. In Deutschland führte auch die Industrie 4.0 zu einer „paradigmatischen“ Versionierung. Und in der Tat hat z.B. das Web 2.0 bzw. das Social und Sharing Web auch Marketing 2.0 bzw. Social (Media) Marketing, Enterprise 2.0, … beeinflusst bzw. erst entstehen lassen. Wenn der Nutzer interagieren kann und möchte, lässt sich z.B. eine alte Beschallungslogik im Marketing nicht aufrechterhalten und auch die Organisation 2.0 wird dann zunehmen zur Community of Practice, wenn Web 2.0-Technologie eine informelle Struktur des Sharing unterstützt. Analog machen auch die „Industrie 4.0“ und das Internet of Everything eine neue kollaborativere Netzwerk-Ökonomie 4.0 aus der Emergenz der Technik möglich.

Paradigmen Ökonomie 1.0 bis 4.0 20150621

Bild 3: „Paradigmenwechsel“ bei Web und Ökonomie

Die Service-Dominant-Logik als „neuer“, theorie-basierter Denkansatz

Wenn hier von Paradigmenwechsel gesprochen wird, dann bedeutet das nicht unbedingt Paradigmenwechsel im Sinne von Kuhns Wissenschafts(r)evolutionen, sondern eher ein zunehmendes Neudenken, das aber selten direkt die Breite der Ökonomie erfasst, sondern eher sukzessiv in die Ökonomie und Wertschöpfung hinein diffundiert oder „emergiert“.

Das größere Problem ist allerdings die oft unzureichende Theoriefundierung dieser Paradigmen. Hier ist die „Service-Dominant Logic“ als neues Marketing- und Ökonomie-Paradigma eine spannende Alternative, die auch weitgehend im Einklang mit den oben genannten paradigmatischen Shifts ist.

Bild 4: Die Service-Dominant Logic, Stephen Vargo Helsinki, Finland April 26, 2012


Väter der S-D Logic sind Stephen Vargo und Robert Lusch. 2004 haben sie erstmalig unter dem Titel „Evolving to a New Dominant Logic for Marketing“ einen Beitrag zu diesem Thema im Journal of Marketing veröffentlicht. Die S-D Logic forciert eine paradigmatische Perspektive, die Services als grundlegende Basis des ökonomischen Handels darstellen. Die Service-dominante Logik ist damit ein Gegenbild zu einer Güter-Dominanten Logik ( von den Autoren kurz G-D Logic genannt). Illustrativer sind die fundamentalen Prämissen auf denen die S-D Logic basiert bzw. eine Gegnüberstellung der beiden Perspektiven:

Premissen der Service Dominant Logic 20150621

Bild 5: Prämissen der Service-Dominant Logic (Quelle: Wikipedia)

Betrachtet man diese Prämissen genauer, dann sieht man, dass die Service-Dominante Logik weit darüber hinausgeht, nur den Switch von Gütern zu Services zu thematisieren. Eigentlich werden alle mentalen Modelle unserer alten Ökonomie neu definiert. An die Stelle der Denkmodelle der alten materiellen Welt wie Güter, Transaktion, Produktion, … treten die Denkmodelle der neuen „dematerialisierten“ Wert, die auf die Essenz hinter der Form achtet, also auf Services und Nutzenerfahrung statt auf Produkte und Konsum und auf Fähigkeiten statt auf Ressourcen.

Altes und neues Denken 20150621

Bild 6: Altes und neues Denken an Beispielen

Die NEXT Economy als Alternative: Kompetenzebene und Netzwerk-Perspektive

Dieselben notwendigen Veränderungen hat der Autor dieses Beitrags in den vergangenen Jahren im Rahmen einer eigenen Competence-Networking-Theorie aus einer anderen Perspektive bzw. von den Fähigkeiten kommend formuliert. Insofern könnte man die Service-Dominant Logic und ihren enormen Erfolg als eine erfolgreichere Bestätigung dieses Kompetenz-Ansatzes ansehen. Die Competence-Networking-Ökonomie ist eine ebenfalls dematerialisierte, entgrenzte, … Ökonomie, wo die Basis der Wertschöpfung die ruhende Kompetenzen = Fähigkeiten im Netzwerk sind und das Ergebnis der Wertschöpfung fließende Kompetenzen = Services sind, die wiederum auf die Kompetenzen im weitesten Sinne einwirken. Es würden den Rahmen dieses Beitrags sprengen, diese Theorie im Detail vorzustellen und gegen die Service-Dominante Logik. Drei Aspekte sind aber besonders wesentlich, um zu einer „nächsten“ Ökonomie zu gelangen, die wirklich umfassend die neue Logik der digitalisierten Ökonomie beschreibt:

  • die Weiterentwicklung vom Service zur Problemlösung
  • die Weiterentwicklung von einer bilateralen und multilateralen Perspektive zu einer Netzwerk-Perspektive
  • die Weiterentwicklung von der Leistungs- und Beziehungsebene zur Kompetenzebene

Die Weiterentwicklung vom Service zur (vernetzten) Problemlösung

Schon Drucker beschrieb die Wissensökonomie und Popper erkannte das Leben Problemlösen ist. Es ist also keineswegs innovativ zu fordern, dass Märkte und Organisationen nicht nur Plattformen für Transaktionen und Leistungserstellungen sind und auch nicht nur Gespräche wie beim Cluetrain Manifesto, sondern vor allem Plattformen für die kollaborative Problemlösung. Das beeinhalte auch viele vor- und nachgelagerte Prozesse, die nicht im engeren Sinne Service sind, Wenn z.B. im Rahmen des Content Marketing Kompetenz transportiert wird (Studien, Leitfäden, …), damit mögliche Kunden eine Entscheidungs- und Durchführungskompetenz entwickeln können, dann kann das zwar auch als Service verstanden werden, aber es ist eigentlich eher Teil einer gemeinsamen Problemlösung, die alle Probleme löst, deren Lösung für die Wertschöpfung im weitesten Sinne notwendig sind.

Die Weiterentwicklung von einer bilateralen und multilateralen Perspektive zu einer Netzwerk-Perspektive

Auch wenn Vargo und Lusch von Co-Kreation und -Produktion sprechen, wird die Bedeutung von Netzwerken in der Netzwerk-Ökonomie nicht ausreichend beleuchtet. Damit sind nicht Netzwerke als Institutionen gemeint, sondern informelle Netzwerke (influencer, social network, communities of practice, …), die mehr denn je an Bedeutung in der kollaborativen Wertschöpfung gewinnen werden.

Die Weiterentwicklung von der Leistungs- und Beziehungsebene zur Kompetenzebene

Das zeigt auch wie wichtig es ist, neben der Leistungs- und Beziehungsebene im kollaborativen Netzwerk vor allem auch die Kompetenz- und Kompetenzentwicklungsebene zu beleuchten. Eine Wertschöpfung beim und für den Kunden kann oft nicht stattfinden, obwohl dieser eigentlich einen „Service“ in Anspruch nehmen möchte. Hier sind auf der Kompetenzebene im Netzwerk alle notwendigen Voraussetzungen für die Realisierbarkeit und Wirksamkeit der Services zu schaffen. Wenn ein Kunde z.B. ein teures ERP-System anschaffen und einführen möchte, ohne über die ausreichenden Auswahl- und Projektmanagement-Skills zu verfügen, kommt es u.U. gar nicht zum ERP-Erfolg, selbst wenn die Software gekauft wird. Hier bietet gerade die Sharing-Economy die Möglichkeit, in der Branche Kompetenzen zu teilen, um solche Engpässe zu überwinden.

3 Ebenen Modell 20150621

Bild 7: Drei Ebenen der Wertschaffung

Last, but not least sei nach diesen drei Kritikpunkten noch eine entscheidende Schwäche genannt. In einem ihrer neusten Werke erörtern die Autoren, warum sie den Begriff „Service“ hervorheben, obwohl sie selber einsehen, dass die Veränderung bei allen Aspekten der Wertschöpfung stattfindet. Es bleibt aber, dass eine „Service-Dominant Logic“ vor allem den Service-Aspekt dominieren lässt, wie auch eine Competence-Networking-Logik vor allem den Fähigkeits-Aspekt dominieren lässt. Was ist die Alternative? Als Vorschlag: Keinen einzelnen Veränderungsaspekt (über) betonen, sondern generell von der „nächsten Ökonomie“ oder einer Ökonomie 4.0 sprechen und beide Perspektiven integrieren (s. Bild 7). Am Ende sind Namen zwar Schall und Rauch, wir sollten beim Wandel nicht schon vorab unsere Denkerweiterung durch Dominanz einschränken.

Competence Network Economy 20150621

Bild 8: Integrierte Service- und Competence-Logik in der NEXT Economy („4.0“)

Eine nächste „Sharing“ und „Kollaborative“ Economy als bessere Ökonomie …

Eine Ökonomie, die in allen Dimensionen vernetzt denkt und handelt und zudem neben der Service-Ebene auch die Kompetenz-Ebene kollaaborativ im Netzwerk optimiert, führt zum einen dazu, dass die noch existierenden enormen latenten Wertpotenziale realisiert werden, die mit diesem Paradigma möglich sind. Wenn z.B. Wertschöpfung deswegen nicht stattfindet, weil bei „Kunden“ zwar ein Interesse an neuen Dienstleistungen existiert, aber nicht die notwendige Entscheidungskompetenz gegeben ist, dann steigt das Kollaborative bzw. im wahrsten Sinne „Soziale Produkt“ („Bruttosozialprodukte“) mit Überwindung dieses Engpasses. Staatliche Kompetenzzentren für den Wissenstransfer zu Digitalisierung oder Industrie 4.0 sind dann als Wirtschaftsförderung bzw. Markt-Kompetenz-Entwicklung in diesem Sinne erkennbar.

Zum anderen hat diese neue Sicht aber auch eine wichtige ethische Dimension. Eine umfassende Vernetzungs- und Kompetenzperspektive in der Ökonomie führt auch dazu, dass der Widerspruch von ethischer und ökonomischer Perspektive aufgehoben wird. Wie die Spieltheorie uns in ersten Grundzügen schon lehrt, findet ein „egoistisches“ Handel, wie es der Homo Oeconomicus propagiert, vor allem dann statt, wenn eine Transaktion isoliert  von anderen Marktakteuren und einmalig stattfindet und ein „ethisch“ fragwürdiges Verhalten keine Auswirkungen im Netzwerk bzw. im weiteren Zeitverlauf hat. Vernetzung und kollaborative Kompetenz führen umgekehrt dann aber dazu, dass der „Egoist“ bei zukünftigen Geschäften mit denselben oder anderen Transaktionspartnern mit Konsequenzen rechnen muss. Gerade das Soziale Web / Web 2.0 hat dazu geführt, dass Kotlers Wertperspektive für Marketing und Management („Marketing 3.0“) keine Option mehr ist, sondern ein Muss:

Intelligenter + vernetzt denkender Ego-ismus
setzt
auf Eco (sonst Bad Reputation)!
Intelligenter + vernetzt denkender Eco-ismus
setzt auf Ego (sonst Burnout)!

Im Schlussbild wird diese Konvergenz aus der Ego- und Eco-Perspektive in der Next Economy skizziert.

Der Vierte Meffert Quadrant 20150621

Schlussbild: Die Next Economy überwindet Ego versus Eco

THE END … to be continued …